Das Blog für trnd-Projektteilnehmer: Hier gibt's die aktuellen Projektnews und Diskussionen rund um das trnd-Projekt Electronicscout24.

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It’s not a trick. It’s a Sony.

Liebe trnd-Gemeinde,

in der Schule war das manchmal so, heute ist es manchmal in der Uni oder bei wirklich wichtigen Terminen immer noch unverändert, und nun trifft’s auch hier zu: Ich bin etwas spät dran. Zwar habe ich schon längere Zeit an dem Projekt gearbeitet, da ich aber von Beginn an einen umfassenden Testbericht veröffentlichen wollte, habe ich etwas länger gebraucht. Und nachdem man bei trnd schon langsam unruhig wurde ;-), wann denn mit meinem ersten Beitrag zu rechnen ist, habe ich noch mal einen Zahn zugelegt und diverse Nächte durchgemacht. Hier also mein Testbericht zu meinem Testprodukt aus der Elektroniksparte: Ich werde euch den Sony Camcorder DCR-HC23E vorstellen. Und wenn das Gerät jetzt auf euch noch wie ein entfernter Bekannter wirkt, werde ich alles daran setzen, dass ihr es schon bald als einen eurer besten Freunde betrachten könnt, weil ihr es in- und auswendig kennt. Und das erwartet euch von mir:


1. It’s a Testbericht: Einleitung

2. It’s a Sony: Der erste Eindruck
a. Der Lieferumfang
b. Die Dokumentation
c. Die Software

2.2 It’s a Handycam: Die DCR-HC23E stellt sich vor
a. Verarbeitung
b. Die ersten Schritte

3. Los geht’s: Von A wie Aufnahme bis Z wie Zoom
a. Aufnehmen & Abspielen
b. LCD-Touchscreen, Menüführung, Effekte & Son(y)stiges
c. Bild- & Tonqualität
d. Überspielen auf den PC

4. Woher & wohin?
a. Bezugsquellen & Preisniveau
b. Was tun, wenn sie’s nicht mehr tut? Support & Service

5. Das Fazit: It stays a Sony


1. It’s a Testbericht: Einleitung

Als ich mich für das Projekt beworben habe, hatte ich eigentlich kein wirkliches Wunschprodukt, waren doch alle zur Auswahl stehenden Testgeräte auf jeweilige Art und Weise eine Klasse für sich. Umso mehr habe ich mich aber über die Handycam DCR-HC23E von keinem geringeren Hersteller als Sony gefreut. Zum einen natürlich, weil ein Camcorder ein prima Begleiter durchs Leben ist und dabei hilft, den ein oder anderen dokumentierwürdigen Moment auf ewig zu archivieren – was wäre die Nachwelt ohne die Nanotonnen an Videomaterial über all die achtzigsten Geburtstage, die tagtäglich so stattfinden. Mein erster Gedanke jedenfalls war: Beim nächsten Urlaub, bei der nächsten Reise ist es endlich soweit – endlich bin ich auch einer von denen, der mit der Kamera seinen Mitreisenden auf den Nerv gehen (»Jetzt hör doch mal auf zu filmen«) und allen anderen im Weg stehen kann (»Tourists!«). Finally!
Dann bin ich natürlich irgendwie auch ein Videofan, habe in der Vergangenheit schon das ein oder andere mehr oder weniger sinnvolle Projekt realisiert und geschnitten. Kurzum: Mit der Handycam habe ich für mich persönlich den Hauptpreis gezogen, dafür also schon mal: Danke, trnd!

Was euch in diesem Testbericht erwartet, konntet ihr ja bereits der Einleitung entnehmen. Durch die ausführliche Nutzung im Rahmen meines Videotests für dieses Projekt konnte ich das Gerät bereits auf Herz und Nieren prüfen und darf euch nun mitteilen, wie es sich im Härtetest geschlagen hat.

Auch wenn ich später noch auf die Bezugsquellen zurück komme: Bitte behaltet schon jetzt bei der Lektüre dieses Testberichts im Hinterkopf, dass es sich bei der Cam um ein Einsteigermodell mit entsprechendem Preisniveau handelt. Jetzt aber los!

2. It’s a Sony: Der erste Eindruck

Sofort nachdem ich das Paket entgegen nehmen durfte, habe ich mich ans Auspacken gemacht. Die erste Überraschung wartete bereits auf mich: Ist die klein! Während man mit der ersten Kamera, die ich als Kind im Grundschulalter selbst mal benutzen durfte, noch in jeder größeren Fußgängerzone als Fernsehteam von CNN durchgegangen wäre, ist die Sony gerade mal so groß wie – tja, z. B. eine Packung Nusspli.

Sony vs. Nusspli
(Geht natürlich auch mit Nutella, MilkyWay Schoko und anderen Handelsmarken.)

Ansonsten machte die Verpackung einen guten Eindruck auf mich – alles war sicher und übersichtlich verpackt, ich konnte sofort alles aus dem Karton holen und hatte trotzdem noch keine schlimme Unordnung gestiftet. Zudem durfte ich an der Kamera, wohl nicht zuletzt auch aufgrund der guten und sicheren Verpackung, keinen einzigen Kratzer entdecken. Kurzum: Der Einstieg machte schon mal Lust auf mehr.

2a: Der Lieferumfang

Der Lieferumfang

Mit der Handycam kommt so einiges mit ins Haus:

- Das Netzkabel – klar. Wenn der Akku versagt oder man eine längere Zeit stationäre Aufnahmen machen möchte, versorgt das Netzkabel die Handycam mit Strom. Selbstverständlich lädt das Netzkabel auch den beigelegten:

- Akku: Nur mit dem kann man sich nämlich frei bewegen – angeblich sogar bis zu 9 Stunden. Zumindest schreibt Sony das nicht gerade klein auf die Verpackung. Allerdings wird an gleicher Stelle auch zugegeben, wenngleich etwas kleiner geschrieben: »Using an optional battery NP-FP90 and lcd screen off.« Haha – ach so! In Wirklichkeit macht der Akku bei normaler Nutzung nämlich nach höchstens 90 Minuten schlapp, was aber immer noch okay und natürlich auch abhängig von der individuellen Nutzung ist. Benutze ich also oft das integrierte Touchscreen LC-Display und schaue mir Gedrehtes auch häufig noch mal an der Kamera selbst an, so steigt dementsprechend natürlich auch der Stromverbrauch. Des weiteren handelt es sich um einen InfoLITHIUM-Akku, d.h. das Gerät ist in der Lage, stets die aktualisierte Restlaufzeit des Akkus anzuzeigen. Damit kommt das endgültige Aus zumindest nicht unerwartet. Ein Ersatzakku kostet um die 70 Euro, hier muss jeder für sich entscheiden, ob er das zu investieren bereit ist. Voll geladen ist der standardmäßig mitgelieferte Akku nach ca. einer Stunde am Netzteil.

- Ein A/V-Kabel: Damit kann aufgenommenes oder live gezeigtes Material auf den Fernseher oder andere geeignete Geräte transportiert werden (das könnte z. B. ein DVD-Rekorder sein, mit dessen Hilfe man die Filmaufnahmen digitalisieren möchte). Dafür benötigt man entweder eine S/Video-Anschlussmöglichkeit (Farbliche Zuordnung: rot & weiß für Audio und gelb für S/Video) oder man besorgt sich alternativ dazu einen Scart-Adapter aus dem Fachhandel – den gibt’s schon für ein paar Euro.

- Die Software: Dieser widme ich gleich noch eine eigene Unterkategorie.

- Gedruckte Bedienungsanleitungen: In einer Zeit, in der immer mehr Anbieter ihre Anleitungen digitalisiert auf CD beilegen, finde ich es schön, dass sich Sony für beides entschieden hat. Ich persönlich bevorzuge jedenfalls aufgrund der leichteren Handhabbarkeit die guten alten Instruktionen auf Papier. Für all die Holländer, Franzosen und Engländer unter euch: Auch ihr könnt die Bedienungsanleitung in eurer Muttersprache lesen, denn die sind jeweils beigelegt.

- Son(y)stiges: Eine Garantiekarte, eine Objektivkappe zum Schutz vor Verschmutzungen und ein »Geschenk« von Sony sind ebenfalls noch mit an Bord, sofern man den Zugang zu kostenloser und dabei vielleicht nicht unbedingt marktführender Software als Geschenk ansieht. Sony zumindest tut so, als sei das, wie auch die Möglichkeit, rabattiert und pseudoexklusiv Bildabzüge bestellen zu können, unglaublich großzügig. Apropos großzügig: Wer will, kann sich im ebenfalls noch beigelegten Prospekt mit allerlei Zubehör rund um die Kamera eindecken – dort findet sich u. a. auch der bereits oben erwähnte 9-Stunden-Akku, aber natürlich auch separate Licht- und Tontechnik rund um die Handycam.

Was die Handycam nicht mitbringt: Meines Erachtens ist Sony mit dem Lieferumfang insgesamt ein bisschen geizig gewesen. Nicht mal ein USB-Kabel zum Koppeln von Computer und Handycam hat der Elektronikriese mit den vier Buchstaben beigelegt, ein Firewire-Kabel natürlich schon gar nicht (wer mit USB und Firewire nichts anfangen kann: In diesem Fall sind beides Verbindungsmöglichkeiten zwischen Camcorder und Computer; fast alle PCs haben heutzutage einen USB-Anschluß, ein Firewire-Anschluss ist jedoch noch nicht überall selbstverständlich - eigentlich schade, denn per Firewire lassen sich Daten schneller als per USB überspielen). Man kann natürlich streiten, ob es selbstverständlich ist, dass solche Kabel nicht dabei sind. Wirklich negativ ist mir jedoch aufgefallen, dass nicht mal ein einziges lausiges zehn Minuten MiniDV-Band zum Lieferumfang gehört. Das heißt: Wer sich darauf verlässt, mit seiner Kamera direkt aus dem Laden nach Hause fahren und direkt loslegen zu können, dürfte enttäuscht feststellen, dass Bandaufnahmen noch gar nicht möglich sind, wenn man nicht zufällig schon Leerbänder zuhause hat. Hier finde ich, dass Sony die Eineuronochwas hätte springen lassen können, damit man nach dem Auspacken sofort drauf los filmen kann.

2b: Die Dokumentation

Bedienungsanleitungen

Es gibt zwei Arten von Bedienungsanleitungen. Es gibt gute Bedienungsanleitungen, und es gibt schlechte Bedienungsanleitungen. Die Dokumentationen zur Sony liegen wohl irgendwo dazwischen. Während die reguläre Anleitung sehr ausführlich und logisch strukturiert daherkommt, finde ich die Dokumentation zur Software schon ziemlich grenzwertig. Der sogenannte «First step guide« ist m. E. zu durcheinander und kompliziert aufgebaut, außerdem dürfte man sich anfangs dort insbesondere dann verloren fühlen, wenn man nicht tagtäglich Geräte an den Computer per USB oder Firewire anschließt. Zuguterletzt fördern Aussagen à la »Sie können den aufgenommenen Video auf Video CD kopieren« nicht gerade das Vertrauen in die Erklärungen auf dem Bildschirm.
Alles in allem geht die Dokumentation aber klar – wenngleich sich der ein oder andere in der Installationsphase vielleicht etwas irritiert durchkämpfen muss, ist es doch zu schaffen und zumindest die gedruckte Anleitung bietet eine gute und zuverlässige Hilfestellung – übrigens auch mit schöner Begriffserklärung / Glossar.

2c: Die Software

Bitte verzeiht mir den gleichen Einstieg, aber: Es gibt zwei Arten von Software. Es gibt brauchbare Software, und es gibt schrottige Grützensoftware, die schon fast den Tatbestand der Nötigung erfüllt. Die Sony-Software zählt ganz klar zur letzteren Sorte. Ganz abgesehen davon, dass die Software nicht individualisiert installiert werden kann – Fleißig legt das Programm ungefragt Desktop- und Programmverknüpfungen an –, wird jede Menge Schrott installiert, den kein Mensch braucht. Ich zumindest schon mal gar nicht. Bereits die an sich ja zwingend notwendige Software zum Datenaustausch zwischen Handycam und PC wirkt auf mich eher wie billige Freeware. Ganz abgesehen davon macht es mich auf ganz den Eindruck, als würde die Software ihrer Aufgabe nicht besonders gut nachkommen: Das Bild wird verruckelt und in mäßiger Qualität übertragen; will man das Ruckeln vermeiden, muss man die Qualität noch weiter verringern. Hier holt die Software also nicht das Beste aus der Kamera heraus. Mein Tipp: Nach nicht so schwerfälliger und ausgefeilterer Alternativsoftware suchen! Ob’s damit besser klappt, könnt ihr im Kapitel 3c erfahren, dort geht es nämlich um die Bild- und Tonqualität der kleinen Sony.

Wirklich unter aller Kanone sind auch die Dutzend anderen Programme, die ungefragt auf den Rechner kopiert werden und bei denen man schon nach zwei Minuten Googeln besseren Ersatz finden dürfte. Denn, ganz ehrlich: Um ein paar Bilder zu Musik auf eine Video-CD (ausschließlich!) brennen zu können, brauche ich keine schwerfällige Software wie die mitgelieferte. Weiterhin werden automatisch Programme installiert, die vielleicht nicht gerade jeder braucht, z. B. ein ganz simples Programm, mit dem man vorproduzierte Musik (nein, ich habe sie mir nicht angehört! ;-) zusammen mit ungeschnittenem Videomaterial auf – erraten: VCD brennen kann. Das ganze nennt sich dann Musikvideoproduzent, wobei ich den Namen eigentlich schon fast wieder lustig finde. Ach ja, fast hätte ich’s vergessen: Ebenfalls gratis mit dazu gibt’s eine Software, die, haltet euch gut fest, es euch möglich macht, Videos und Bilder, Achtung!, auf dem Rechner anzuschauen. Wow!

Software-Screenshot
Software meets die kleinen Preise: Die mitgelieferten Programme sind durchaus noch verbesserungswürdig.

Hier also ein klares dickes Minus für die lieblose Software. Ich will gar nicht ausschließen, dass es Leute gibt, die das benutzen – dann aber sicher nur deshalb, weil ihnen die m. E. zuhauf existierenden besseren Alternativen noch nicht untergekommen sind. Deshalb mein Tipp: Die Software schnell wieder deinstallieren, sogar der bei Windows XP von Haus aus installierte Movie Maker ist da eine bessere Wahl. Sorry, Sony, aber: Das war nix!

2.2 It’s a Handycam: Die DCR-HC23E stellt sich vor

Sony DCR-HC23E

Technische Daten sind immer ein bisschen langweilig, aber gehören nun mal dazu – ich fasse mich aber kurz: Die nicht mal 500 Gramm schwere Sony Handycam DCR-HC23E ist eine klassische MiniDV-Kamera mit insgesamt 800.000 Pixeln, die gleichzeitig das untere Ende der Mindestvoraussetzung an eine brauchbare Videoqualität darstellen – zumindest auf dem Papier. Wie es sich genau mit der Qualität verhält, behandle ich noch in einem späteren Kapitel.

An Anschlüssen finden sich neben USB und A/V auch ein DV-Ausgang (Firewire bzw. auch iLink genannt), das Mikrofon ist wie auch die Lautsprecher für die Wiedergabe von Material auf MiniDV-Bändern integriert, einen externen Anschluss gibt es hierfür nicht. Aufnehmen kann die Sony sowohl im 4:3 als auch im 16:9 Format. Das Objektiv stammt von Carl Zeiss, wenngleich klar sein dürfte, dass es sich hierbei eher um eine günstigere Ausgabe des bekannten Linsenherstellers handeln dürfte. Das LC-Display hat eine Größe von 2,5 Zoll (das entspricht einer Länge x Höhe von ca. 5 x 4 Zentimetern) und ist komfortablerweise ein Touch Panel, lässt sich also direkt per Fingerdruck auf das Display bedienen.

Das Design der Sony finde ich eigentlich ganz schick, außerdem besticht die kleine Handycam durchaus durch einen gewissen edlen Touch. Doch ob der einer näheren Betrachtung stand hält?

In der Tat sieht die Sony solider aus, als sie mir vorkommt. Es ist nicht so, dass das Gerät fragil oder leicht zerbrechlich wirkt; ich muss aber gestehen, dass ich mir unter solider Verarbeitung etwas anderes vorstelle. Zumindest der nicht gerade geringe Plastikanteil macht sich bei der Benutzung der Sony durchaus bemerkbar. Als ein wirkliches Manko betrachte ich das aber nicht, weil sich dieser Eindruck während der Entstehungs meines Videotests nicht wirklich bemerkbar gemacht hat. Insofern kann man hier also ruhig ein Auge zudrücken - zerbrechlich wirkt sie, wie gesagt, ganz und gar nicht.

2.2b Die ersten Schritte

Bestimmt kennt ihr das: Wenn man sich ein neues Gerät aus der Unterhaltungselektronik zugelegt hat, will man sich nicht groß mit Bedienungsanleitungen durch die Gegend quälen, sondern gleich loslegen. Die Wahrheit ist: Das klappt mit der Sony erfreulich gut. Der Aufbau der elementaren Funktionen ist gut gelungen, man findet sich schnell zurecht und kann im Prinzip gleich losfilmen, ohne auch nur einmal ins Handbuch geschaut oder die Software verflucht zu haben. Die diversen Funktionen an der Außenseite der Kamera erklären sich fast von selbst, so kann man leicht zwischen den zwei Modi Aufnahme und Wiedergabe hin- und herspringen – die Kamera selbst teilt auf dem herausklappbaren LC-Display beim Wechsel mit, in welchen Modus man soeben geschaltet hat. Wer die REC-Taste nicht findet, sollte einen guten Arzt konsultieren, die ist nämlich nicht zu übersehen.

Die Sony von hinten

An der linken Außenseite finden sich drei Schalter: »Back Light« (hellt das Bild so auf, dass bei dunklen Aufnahmen insbesondere in Wohnbereichen eine merkliche Verbesserung stattfindet – mehr dazu wie auch zu anderen Effektfunktionen bald im Videotest), »Disp/Batt Info« (hier könnt ihr die Infos auf dem Display wie Restlaufzeit von Band und Akku, Uhrzeit usw. (de-) aktivieren) sowie »Easy«. Letzteres schaltet die Kamera in den »Easy Handycam« Modus, d. h. dass die Kamera automatisch das Bild optimiert, so dass man selbst keine Veränderungen mehr vornehmen muss. Ob das brauchbar ist, hängt neben dem persönlichen Geschmack auch von der jeweiligen Situation ab; nicht immer kann die Kamera die Umstände und erforderlichen Einstellungen besser einschätzen als der Nutzer.

Ansicht Außenseite

Weiterhin finden sich neben der Taste für den Zoom auch noch die Tasten, um den Akku bzw. das DV-Band entnehmen zu können. Auf der Oberseite der Kamera sitzt die Photo-Taste, hiermit wird ein Schnappschuss des aktuell mit der Kamera eingefangenen Bildes gemacht; das Bild bleibt bei einer Aufnahme für einige Sekunden stehen. Zu guter Letzt befindet sich auf der Mitte der Oberseite noch die »Nightshot«-Funktion – damit könnt ihr auch bei völliger Dunkelheit und durch Infrarottechnik Filmaufnahmen machen – zwar nur in schwarzweiß und nur mit begrenzter Reichweite, aber es funktioniert. Wer von euch Scary Movie gesehen hat, erinnert sich bestimmt an die legendäre Parodie auf das Blair Witch Project, in der eine verfolgte Reporterin in die Kamera – nun ja: rotzt um Hilfe ruft. Wer wissen möchte, wie genau so ein Nightshot-Effekt aussieht, sollte auf jeden Fall Ausschau nach dem Videotest halten.

3. Los geht’s: Von A wie Aufnahme bis Z wie Zoom

Bereits kurz nach ihrem Eintreffen bei mir musste die Sony schon ran: Ich habe gleich zu Beginn losgefilmt und mich mit der Kamera vertraut gemacht. Dabei sind mir vor allem zwei Dinge aufgefallen: Für eine Einsteigerkamera bietet die Sony eine okaye bis gute Bildqualität und erweist sich dabei auch flexibel, was die Helligkeitseinstellungen angeht – die übernimmt nämlich wahlweise die Kamera automatisch oder der Nutzer passt sie selbst den Umständen entsprechend an. Häufig kann man durch eine manuelle Anpassung der Helligkeit noch ein Quäntchen mehr aus dem Bild rausholen, insbesondere in meistens etwas dunkleren Wohnräumen. Sofort negativ aufgefallen ist mir jedoch ein ungewöhnlich lautes Surren. Doch alles der Reihe nach.

3a: Aufnehmen und Abspielen

ON & REC – mehr braucht man nicht, um mit der Sony loszulegen, vorausgesetzt natürlich, man hat bereits ein MiniDV-Band eingelegt. Diese haben in der Regel eine Laufzeit von 60 Minuten und sind eigentlich in jedem schon mäßig sortierten Elektronikgeschäft problemlos zu erwerben. Das Einlegen des Bandes selbst ist ein Kinderspiel: Nach dem Drücken der entsprechenden Taste öffnet sich das Fach zum Einlegen.

Akku einlegen

Danach kann’s schon losgehen:
Wer mit der Sony aufnimmt, ist immer auf dem Laufenden: Wie bereits oben erwähnt, bietet die Kamera eine Restlaufzeit für den Akku und erfreulicherweise auch gleich eine fürs Band. Man kann also stets abschätzen, wie lange das Filmvergnügen noch anhalten wird.
Dabei zeigt die Sony keinerlei Aufnahmeverzögerung und reagiert wirklich in Sekundenschnelle auf den entsprechenden Knopfdruck.

Die Kamera liegt auch durch ihre Mischung aus Größe und Gewicht angenehm in der Hand. Dadurch kann komfortabel und vor allem mit zumeist ruhiger Hand gefilmt werden. Sehr schön finde ich weiterhin, dass man nicht aus Versehen an irgendwelche Schalter stoßen kann, die einem dann vielleicht die aktuelle Aufnahme ruinieren. Einzig die »Back Light«-Funktion hätte man m. E. nicht so weit von der führenden Kamerahand positionieren müssen.

Den gefilmten Fokus kann man per 2,5 Zoll großen LC-Display (komfortabel) oder aber dem normalen Kamerafenster (nicht ganz so praktisch) im Auge behalten. Beides gleichzeitig funktioniert leider nicht, was ich aber bei den Dreharbeiten zu meinem Videotest ganz praktisch gefunden hätte: Da das LC-Display flexibel drehbar ist und man es somit auch komplett nach vorne drehen kann (das angezeigte Bild wird dann automatisch richtig herum angezeigt), hätte ich immer mal wieder einen Kontrollblick auf das Display werfen können und mein Kameramann regulär direkt durchs Objektivfenster filmen können. Das ist allerdings nur ein kleines Manko und soweit ich weiß, auch nicht wirklich ungewöhnlich.

Die Sony mit gedrehtem LC-Display

Filmen mit LC-Display
Aufnahmebereitschaft mit ausgeklapptem LC-Display. Oben rechts sieht man die bis dahin aufgenommene Zeitdauer.

Wenn man nun mit der Aufnahme fertig ist, will man manchmal natürlich sofort checken können, ob sie so geworden ist, wie man es beabsichtigt hat. Kein Problem mit der Sony: Durch einen kleinen Dreh am Einstellungsrädchen wechselt man in den VCR-Modus, d. h. man hat die Möglichkeit das DV-Band komplett anzuschauen und zu steuern. Dabei kann man normal sowie schnell rückwärts- oder vorspulen, sogar Zeitlupe ist möglich. Der Ton kommt über die integrierten Lautsprecher und ist dabei angenehm klar und laut. Die DV-Wiedergabe finde ich also insgesamt sehr gut; Sony hat sogar an eine Funktion gedacht, anhand derer man die Kamera automatisch das Ende der Aufnahmen suchen kann. Damit vermeidet man versehentliche Aufnahmen und kann ohne Probleme in den Bändern herum spulen – wieder ans Ende zu gelangen ist somit kein Problem. Schließt man die Kamera per USB an den Computer an, kann man mit der mitgelieferten Software (s. o.) das Brennen des Filmmaterials auf VCD einfach schon auf dem Display starten.

Wiedergabebereit
VCR-Modus: Die Tastenfunktionen erklären sich von selbst, bedient wird per Touchscreen

3b: LCD-Touchscreen, Menüführung, Effekte & Son(y)stiges

Das ausgeklappte LC-Display ist sowohl horizontal als auch vertikal drehbar, was besonders das Anschauen von aufgenommenem Filmmaterial noch eine Ecke flexibler macht. Sehr schön finde ich, dass sich am linken Displayrand nochmals drei elementare Tasten finden; hier kann man nämlich sowohl Aufnehmen als auch Zoomen – finde ich sehr praktisch.

Generell zieht man das angenehm große LC-Display wohl dem eher kleinen Objektivfenster vor, wenngleich man dem Akku damit natürlich etwas Durchhaltevermögen entzieht. Ich finde jedoch, dass der effektive Nutzen das rechtfertigt, hat man doch das komplette Bild viel besser und deutlicher im Blick. Das Display ist ein Touchscreen, d. h. dass alle Einstellungen direkt per Berührung vorgenommen werden – auch das finde ich gelungen. Das komplette Menü kommt also auf dem Touchscreen-Display daher und ist relativ umfangreich, durch Pfeiltasten und eine Art Entertaste kann man sich dort ohne Probleme durchnavigieren. Hier also eine Übersicht über das Menü der Handycam, das stets mit einem Druck auf den Button »FN« angewählt werden kann:

Menüführung des LC-Displays
Blick auf das Menü: Navigiert wird mit den Pfeilen, bestätigt mit »AUSF.«

- Fokussierung: Hier kann ausgewählt werden, ob die Kamera die Fokussierung automatisch übernehmen soll. Falls nicht, kann man manuell auswählen, welches Motiv gerade gefilmt wird – bei der Sony bedeutet das, dass man die Auswahl zwischen zwei Icons hat, einer Person und Bergen (also: Nah- und Fernaufnahmen). Ich habe die Entscheidung hierüber bisher der Sony überlassen und noch keine Notwendigkeit gesehen, das zu verändern. In meinem Videotest werdet ihr hier ein Beispiel über die Unterschiede zwischen beiden Einstellungen finden.

- Flexible Punktbelichtungsmessung: Hier kann man der Handycam per Druck auf den entsprechenden Punkt des aufgenommen Bildes die Helligkeit zuweisen, an der sie sich bei der Aufnahme orientieren soll. Das heißt: Sofern die Helligkeitseinstellungen durch die Sony vorgenommen werden (also auf automatisch gestellt sind), neigt die Kamera in einem eher dunklen Zimmer verständlicherweise dazu, das Gesamtbild heller zu machen. Habe ich nun aber beispielsweise noch eine kleine hellere Lichtquelle im Raum, wird durch die automatische Anpassung des Bildes durch die Sony natürlich auch dieses nochmals heller, was später unschön – nämlich übergrell – aussehen kann. Durch diese Einstellung eines Helligkeitspunktes kann ich der Sony sagen, dass sie sich speziell an diesem und nicht am dunklen Zimmer orientieren soll. Klarerweise verlasse ich damit die automatischen Einstellungen, d. h. die Sony verändert die Helligkeit dann nicht mehr automatisch. Auch das habe ich bisher noch nicht benötigt, ist aber in manchen Situationen bestimmt praktisch (z. B. bei Nachtaufnahmen, die ja naturgemäß dunkel ausfallen, auch dann wenn sich z. B. in weiterer Entfernung eine helle Straßenlaterne o. ä. befindet oder bei Bühnenaufnahmen in dunkler Umgebung mit Spotlight usw.).

- Die Display-Hilfe – dieser Programmpunkt hilft dabei, die sich auf dem Display befindlichen diversen Symbole identifizieren zu können. Wenn man also zu Beginn nicht genau weiß, was »16b« bedeuten soll, erfährt man durch diesen Menüpunkt schnell, dass es sich hierbei um eine Einstellung zur Tonqualität handelt (die ist übrigens standardmäßig bei 16 bit, ansonsten sind noch schlechtere 12 bit möglich).

- Blenden: Hier hat man die Wahl zwischen vier verschiedenen Blenden zum Ein- oder Ausblenden, nämlich von/zu Weiß, von/zu Schwarz, von/zu Schwarzweiß & von/zu Mosaik (Kacheleffekt).

- Endesuche: Durfte ich bereits im Punkt VCR-Modus (s. o.) erklären: Hier sucht die Kamera automatisch nach dem Ende der Filmaufnahmen auf dem MiniDV-Band, damit weiter aufgenommen werden kann ohne etwas zu überspielen.

- Belichtung: Auch hier hat man wieder die Wahl zwischen Manuell und Automatisch, im Gegensatz zur Punktbelichtungsmessung beziehen sich manuelle Änderungen hier aber auf das gesamte Bild.

- Nun aber endlich zum Hauptmenü: Hier finden sich neben reinen Individualisierbarkeiten (Signalton an oder aus, Weltzeit, automatisches Ausschalten der Kamera nach x Minuten, Sprache und Uhrzeit) weitere manuelle Einstellungsmöglichkeiten, dazu gehören die verschiedenen Programme zur Optimierung der Bildqualität. Zwar behandle ich das Thema auch in meinem Videotest, will euch hier aber dennoch einen kurzen Überblick darüber geben:

Hauptmenü

- Programme zur Optimierung der Bildqualität

- Automatisch: Klar, hier gibt die Sony den Ton an und entscheidet selbst, welche Bildeinstellungen vorzunehmen sind.
- Spotlight: Wer Bühnenaufnahmen macht, wenn Spotlights benutzt werden, wird für diese Einstellung dankbar sein, die die extreme Helligkeit eines Spots reduziert und den Kontrast zwischen Hell und Dunkel weniger stark wirken lässt. Damit verhindert diese Einstellung auch, dass hell angestrahlte Gesichter zu blass wirken.
- Porträt: Wie der Name schon sagt, eignet sich diese Einstellung besonders für Nahaufnahmen, wobei der Hintergrund ein bisschen verschwimmen kann (ideal z. B. für die Aufnahmen von Personen bei Geburtstagsfeiern oder ähnlichem)
- Außenhell: Hiermit wird verhindert, dass Gesichter in heller Umgebung zu dunkel wirken (z. B. am Strand, beim Skifahren, etc.)
- Sport: Mit dieser Einstellung werden Verwacklungen bei der Aufnahme schneller Bewegungen auf ein Mindestmaß reduziert.
- Abenddämmerung: Hiermit erhält man die jeweils typische Atmosphäre von Sonnenuntergängen, Nachtszenen oder Feuerwerk.
- Landschaft: Diese Einstellung ermöglicht klare Aufnahmen weit entfernter Objekte (s. auch Punkt »Fokussierung«). Beim Aufnehmen von Motiven z. B. durch ein Fenster oder einen Maschendraht verhindert diese Option außerdem, dass die Handycam auf das Glas bzw. den Draht fokussiert.

- Bildeffekte:

Diese schaut man sich am besten in meinem Videotest an. Hier eine erklärende Auflistung über die Effekte, die standardmäßig von der Handycam angeboten werden:

- Negativ: Das Bild erscheint als Farbnegativ mit ausgetauschten Farb- und Helligkeitswerten
- Sepia: Das Bild erscheint wie eine alte Fotografie
- Schwarzweiß: Ohne Worte ;-)
- Solarisie: Das Bild erscheint wie ein gemaltes Bild oder eine Grafik mit starkem Kontrast
- Pastell: Das Bild erscheint wie eine Pastellzeichnung in zarten Farben
- Mosaik: Das Bild erscheint im Kacheleffekt

- Kameraeinstellungen

- Digitaler Zoom: Hier kann man auf den normalen 640fachen Zoom der Kamera noch mal einen 20fachen Digitalzoom drauflegen. Die Bildqualität leidet aber recht schnell unter dem Digitalzoom und ohne Stativ kann man diesen sowieso vergessen, da schon die kleinste Bewegung zu einem starken Bildwackeln führt – so eine ruhige Hand hat nicht mal Heiner Brehmer.
- Breitbild: Wer einen 16:9 Fernseher sein Eigen nennt, kann das standardmäßige 4:3-Format der Aufnahme entsprechend abändern. Nimmt man im 16:9-Format auf, sieht man bereits im Record-Modus auf dem LC-Display die typisch schwarzen Kinostreifen. Zwar stylish, aber nicht für alle Fernseher und Aufnahmen geeignet.
- Steadyshot: Standardmäßig aktiviert, und das völlig zurecht. Mit dieser Option verringert die Kamera Wackelbewegungen. Den Steadyshot sollte man also nur deaktivieren, wenn man ein Stativ sein Eigen nennt, dann wird die Bildqualität nämlich nochmals geringfügig besser.
- Suchlauf: Ist diese Option aktiviert, kann man direkt im Kameramodus das aufgenommene Material anzeigen, allerdings ohne Ton (dient nur zur Orientierung und dem schnellen Einspulen, falls man etwas unnötiges aufgenommen oder einen Take verhunzt hat, den man gleich wieder überspielen möchte)

- LCD-Einstellungen:

Hier kann man die Anzeige des LCDs etwas feintunen, beispielsweise Helligkeit & Farbe.

Weiterhin findet sich in einer weiteren Registrierkarte des Menüs neben der Möglichkeit zum Weißabgleich (hier kann man manuell den Weißanteil am Bild einstellen, die Sony speichert diese dann – auch hier hat man wieder die Wahl zwischen der manuellen Einstellung für draußen und drinnen oder aber man überlässt der Sony diese Entscheidung) noch der Selbstauslöser. Aktiviert man diesen und drückt dann auf REC, hört man von der Kamera eine Reihe von schneller werdenden Piepstönen, bis die Aufnahme dann schließlich beginnt. Kennt der ein oder andere sicherlich von seinem Fotoapparat.

Schaltet man die Kamera in den VCR-Modus kann man noch einstellen, ob man den Datencode der Aufnahmen (Tag und Zeit oder den Timecode des Bandes) über die Aufnahme selbst eingeblendet haben möchte. Soweit ich das beurteilen kann, haben die Kameras von früher das ja standardmäßig gemacht – im Zeitalter des Videoschnitts, wo man solche Angaben auch eine Ecke stylisher einblenden kann, lässt man das m. E. aber eher sein.

3c: Bild- & Tonqualität

Bei der Übertragung der Aufnahmen auf den heimischen Fernseher per A/V-Kabel muss ich gestehen, dass ich nicht besonders überrascht war. Ich habe das bekommen, was ich bei einer Kamera wie der Sony erwarten durfte: Eine gute Bildqualität, die natürlich in manchen Dingen bestimmt keine Vorreiterrolle einnimmt, das von Haus aus aber auch gar nicht möchte. Vielmehr sind Bild- als auch Tonqualität im soliden Mittelmaß der Amateur- und Einsteigererwartungen anzusiedeln; man erlebt also keine komplette Enttäuschung, aber auch keine große Überraschung. Letztendlich finde ich, dass die Kamera damit eine positive Bewertung verdient hat, weil sie einem genau das gibt, was man erwartet und womit man als Käufer in diesem Preissegment auch rechnet. Nur als Beispiel: Die Canon XM2 würde diese Kamera in Bild und Ton um Längen schlagen – kostet aber auch locker mindestens das siebenfache. Wer sich also genau dieser Amateur- und Einsteigerriege zuordnen würde, sollte hier zugreifen. Ich denke, dass man mit ein bisschen Optimierung auch ein kleines C-Movie-Projekt mit dieser Kamera realisieren kann (es gibt Internetclips die mit schlechterer Qualität erfolgreich wurden). In meinem Video werdet ihr die Möglichkeit bekommen, einige Aufnahmen in verschiedenen Situationen zu begutachten, denn über Bild und Ton lediglich zu schreiben ist auch lediglich bedingt brauchbar ;-), deswegen werde ich ja auch neben dem eigentlichen Testvideo noch einige Testaufnahmen hinterher schicken.

Zur Übertragung auf den PC: Benutzt man zum Überspielen seines Filmmaterials eine andere Software als die mitgelieferte –in meinem Fall z. B. Magix Video deLuxe –, so zeigt sich ein deutlicher Zugewinn an Bildqualität, sowohl was die ruckelfreie Wiedergabe wie auch die reine Wiedergabequalität an sich angeht.

Die Übertragungssoftware
Was haben die Sony Software und harte Drogen gemeinsam? Von beiden sollte man am besten die Finger lassen.

Falls man die Software aber aus welchen Gründen auch immer nicht wechseln möchte, wäre es immer noch denkbar, die Sony per A/V-Kabel an einen DVD-Rekorder anzuschließen und die gebrannte DVD dann wiederum in den Computer einzulesen. Das ist zwar etwas umständlich, dürfte den ein oder anderen Pixel aber in besserer Qualität digitalisieren. Kurzum: Alles ist besser als die mitgelieferte Übertragungssoftware ;-)

Ein relativ laut surrendes Aufnahmegeräusch musste ich leider gleich zu Beginn feststellen. Ob es sich hier um einen Defekt des Gerätes handelt oder um das normale Aufnahmegeräusch werde ich wahrscheinlich nicht genau herausfinden können. Nun ist das natürlich kein Weltuntergang; allerdings kann man derartige Störgeräusche natürlich später besonders bei ruhigen Stellen auf den Aufnahmen hören. Allerdings gibt es auch Hoffnung: Diverse Videoschnittprogramme bieten hier Abhilfe durch Zusatzsoftware, die solche Geräusche identifizieren und weitestgehend neutralisieren können. Wer sich das Geräusch gerne einmal so anhören möchte, wie man es als Kamerafrau oder –mann beim Aufnehmen hört, der findet es hier: http://rapidshare.com/files/5690968/Geraeusch_Sony_DCR-HC23E.mp3.html
Bei den Aufnahmen zu meinem Testvideo, bei dem ich eine zweite, wenn auch schon etwas ältere Kamera in Gebrauch hatte, stellte ich jedoch auch fest, dass diese ebenfalls ein Geräusch in ungefähr dieser Lautstärke machte. Somit will ich also nicht ausschließen, dass es sich hier einfach um eine typische Begleiterscheinungen von DV-Kameras im unteren bis mittleren Preissegment handelt.

3d: Übertragung auf den PC

Wie es sich mit den Qualitätsunterschieden zwischen den Übertragungen per A/V-Kabel und auf den PC verhält, habe ich ja bereits im letzten Kapitel beschrieben (s. 3c: Bild- und Tonqualität). Hier setze ich mich nun noch kurz mit dem eigentlich Vorgang der Übertragung auseinander – wie das in bewegten Bildern aussieht, werdet ihr in meinem Videotest sehen können.

Um Kamera und Computer zu koppeln, ist die Installation der mitgelieferten Software notwendig. Hiernach verbindet man die Kamera per USB oder Firewire (iLink) mit dem Computer, der die Kamera spätestens dann auch entdeckt haben sollte. Nun muss man nur noch die Aufnahme der Software am Computer selbst starten; bevorzugt man die Übertragung per USB (wie schon erwähnt ist hier die Datenleistung nicht so groß wie bei Firewire, darunter leidet natürlich die Qualität des Materials), muss man vorher den USB-Stream in der Kamera aktivieren, was ganz leicht im Menü durchzuführen ist.

Kurzum: Die Übertragung selbst ist ein Kinderspiel, das leichter nicht sein könnte. Hat man einmal die Vorgehensweise verstanden, braucht man nur wenige Sekunden um den Computer aufnahmefähig zu machen. An dieser Stelle noch mal mein Hinweis: Videoaufnahmen, die auf diesem Wege in den eigenen Computer finden, belegen schon nach wenigen Minuten exorbitant hohe Mengen an Speicherplatz. Für zwei Minuten können schon mal sechs- bis siebenhundert Megabyte draufgehen. Wer also mit dem Gedanken spielt, seine Filmaufnahmen auf den Computer zu überspielen und vielleicht sogar noch zu bearbeiten, sollte auch auf jeden Fall an genug Speicherplatz denken, sonst wird der Frustfaktor später mal sehr hoch sein.

4a: Woher & wohin? Bezugsquellen & Preisniveau

Wer Interesse an der Sony hat, dem kann ich eine Seite ans Herz legen, die nicht nur nach dem besten Preis sucht, sondern zur Empfehlung auch gleich noch Shopbewertungen mitbringt – besonders praktisch, wenn man sich darüber informieren möchte, ob der jeweilige Händler vertrauenswürdig ist und welche Erfahrungen andere Käufer gemacht haben.

Wie die Seite heißt, die diesen völlig kostenlosen Service anbietet, muss ich wohl nicht mehr gesondert erwähnen:

ElectronicScout24

Wer hier scoutet, findet die Kamera zum billigsten Preis von zur Zeit (03.12.06) 249 Euro zuzüglich Versandkosten. Ob dieser Preis gerechtfertigt ist, verrate ich euch gleich im Fazit.

4b: Was tun, wenn sie’s nicht mehr tut? Support & Service

Auf der Sony-Webseite findet man nach Eingabe der Typbezeichnung schnell alle denkbaren Infos zur Kamera. Neben Bedienungsanleitungen & Software findet sich dort auch gleich der Link zur Garantieabwicklung: Praktischerweise bietet Sony in der Garantiezeit (immerhin 2 Jahre) derzeit einen kostenlosen (!) Abholservice an, d. h.: Bei einem Defekt wird die Kamera bei euch abgeholt, repariert oder ausgetauscht, und euch danach kostenfrei wieder zugestellt. Das passende Formular und alle Infos dazu findet man komfortablerweise gleich online. Trotzdem hat man aber auch noch die Möglichkeit Sony zu kontaktieren, was ich für diesen Testbericht einmal probeweise getan habe. Bereits nach kurzer Wartezeit konnte mir ein freundlicher Mitarbeiter bei meinem vorgetäuschten Softwareproblem helfen und ist mit mir geduldig die einzelnen Programmschritte durchgegangen. Einziges Manko: Die Verbindung kostet 12 cent in der Minute, was allerdings bei den meisten Anbietern mit Supporthotline Standard ist. Außerdem geht der Preis schon in Anbetracht des guten Service in Ordnung.

Was den Sony-Support und Service angeht gibt’s von mir also einen klaren Daumen nach oben!

5. Das Fazit: It stays a Sony.

It's a Sony

Nach diesem Test will ich mich nun ganz zum Schluss auch einmal völlig kurz fassen und die Fazitüberschrift aus nur zwei Worten formulieren: Greift zu!

+-

Natürlich ist die DCR-HC23E keine Kamera für Kino- oder TV-reife Projekte und über das ein oder andere Manko musste ich euch ja ebenfalls berichten. Warum also diese klare Kaufentscheidung? Weil der Einstiegspreis von z. Zt. 249,- Euro zzgl. Versandkosten einfach der Hammer ist. Für weniger Geld bekommt man keine Kamera mit dieser Ausstattung und Qualität und auch nach oben dürfte noch etwas Platz sein – schließlich gibt es auch noch Händler, bei denen die Sony mehr als 300,- Euro kostet. Bei diesen 300,- Euro ist meines Erachtens indes die Grenze zu ziehen – wenn man mehr ausgeben möchte, lohnt sich vielleicht noch mal ein neuerlicher Vergleich (vielleicht auch mit der Kamera meines Kollegen Maxi alias Apfelkuh – dieser testet aktuell nämlich den Panasonic Camcorder NV-GS37). Doch mit diesem aktuell niedrigsten Preis dürfte die Sony wohl so gut wie unschlagbar sein. Selbst mein Kameramann Philipp, der mir bei der Erstellung meines Videotests geholfen hat, war Feuer und Flamme für das Gerät. Und der ist nun als Schwabe (»Willschd mir die Gammra net schenge?«) wirklich nicht der Typ für ausufernde Begeisterungsstürme ;-)

Bei meiner Vorbereitung zu diesem Testbericht habe ich es mir nicht nehmen lassen und im Internet auch noch ein wenig nach anderen Meinungen zur Sony gesucht – und gefunden. So bekommt die Kamera bei Amazon.de 4,5 von 5 Sternen bei 7 Rezensionen, bei Ciao.de sind es immerhin noch 4 von 5 Sternen bei 2 Testberichten (die übrigens beide als einzigen Kontrapunkt die Software anführen ;-) und bei Testberichte.de finden sich zum Camcorder nochmals insgesamt 4 Urteile von Testredaktionen – dort bekam die Sony im Durchschnitt die Note 2,9 (und musste stellenweise durchaus gegen Kameras teureren Kalibers antreten). Da ich nicht so ganz weiß, ob eine Verlinkung für unsere Schirmherren trnd & ElectronicScout24 okay wäre, belasse ich es bei diesen Nennungen ohne Hyperlinks.

Zum Schluss will ich es mir nicht nehmen lassen, mich bei eben diesen Schirmherren auch noch einmal – wie auch für die coole Aktion im Ganzen – zu bedanken. Insbesondere das trnd-Headquarter war wohl etwas irritiert, weil man von mir erst einmal nichts gehört hat. Ich hoffe, dieser Testbericht und das in Kürze kommende Video entschädigen dafür. In der Tat wollte ich auch keinen Schnellschuss hinlegen, sondern erst nach ausführlicher Beschäftigung mit der Kamera mein Statement abgeben sowie euch über den schmucken kleinen Silberling informieren.

Um es noch mal in einem Satz zusammen zu fassen:

Bei diesem Preisniveau würde ich ohne zu zögern zugreifen und mir die Sony zulegen!

Euch erst einmal vielen Dank fürs Lesen – wenn ihr Anregungen oder Fragen habt, dann zögert bitte nicht und kontaktiert mich, ich helfe euch gerne weiter! Auch über eure Kommentare würde ich mich freuen, ebenso wie darüber, wenn ich dem ein oder anderen wirklich eine Hilfe bei der Entscheidungsfindung sein konnte oder vielleicht in Zukunft noch kann.

Vielleicht habe ich ja das Glück und mein erster Auslandseinsatz mit der Sony würde in Las Vegas stattfinden. Das täte ihr sicherlich gut stehen. Und mir vielleicht auch - ein kleines, ganz kleines bisschen ;-)

Mit vielen Grüßen
Euer trnd-Partner Christian aka Profineurotiker

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Diskussion

Meinungen der trnd-Partner

[…] Endlich ist es soweit: Nachdem ich in der letzten Zeit fast nur noch an meinem Videotest über die Sony Handycam DCR-HC23E saß, kommt mir heute nun endlich die Ehre zuteil, mit meinem Video - welches wahrscheinlich generell das umfangreichste ist, das ich bisher produziert habe - am Endspurt zu DSDE teilzunehmen. Wie schon bei meinem Testbericht habe ich mich auch hier dafür entschieden, euch gleich auf einen Schlag mit allen Infos zu versorgen. Aufgrund der Reglementierungen der diversen Videohoster habe ich das Video viergeteilt, damit könnt ihr euch bequem nach unten durch-schauen - sozusagen. ;-) […]