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iPod nano - Testbericht und Fazit

Die letzten 3 Wochen also war der Apple iPod nano anstelle meines bisherigen MP3-Players Maxfield G-Flash mein Begleiter. Das ElectronicScout-Trainingscamp neigt sich dem Ende zu, daher ist es Zeit für den abschließenden Testbericht.

Bedienung

Die anfangs noch ungewöhnliche Bedienung über das Click-Wheel geht einem nach einiger Eingewöhnungszeit in Fleisch und Blut über. Bemerkenswert positiv sind die vielen Abspielmöglichkeiten für die gespeicherte Musik, von Wiedergabelisten, Interpreten, Alben, Titel, Musikrichtungen und Komponisten bis hin zu einer Suchfunktion sind alle Fälle abgedeckt und man sollte den gewünschten Titel relativ schnell finden. Die Möglichkeit, die Musik in einer eigenen Ordnerstruktur abzulegen fehlt - dies habe ich jedoch dank der eben erwähnten anderen Zugriffsmöglichkeiten nie vermisst. Hier schaffen zuletzt die Wiedergabelisten Abhilfe, auch wenn diese nicht hierarchisch sortiert werden können.

Der Wechsel zum nächsten und/oder vorherigen Titel sowie das gezielte Anwählen eines Musikstücks geschehen vergleichsweise schnell und angenehm. Lässt man die Musikstücke durchlaufen, so ist der iPod nano bemüht diese ohne Pause ineinander zu blenden.

Klang

Die Klangqualität ist der Punkt, in dem mich der iPod nano ein wenig enttäuscht hat. Im direkten Vergleich zu meinem Maxfield G-Flash klingen die Musikstücke nicht so voll, die Bässe wirken schwächer und teilweise etwas blechern. Hier schneidet der Maxfield-Player sowohl mit den Apple-Kopfhörern als auch mit den Sennheiser MX-500 besser ab. Zwar kann man über den Equalizer verschiedene vorkonfigurierte Klangprofile aktivieren, doch auch dies ist nicht optimal - bei einigen Einstellungen scheinen die Signale zu übersteuern und die Tiefen und/oder Höhen klingen verzerrt.

Die mitgelieferten Apple-Kopfhörer sind brauchbar und sitzen - zumindest in meinen Ohren - besser als meine Sennheiser-Stöpsel. Klang-Fetischisten werden sie dennoch nicht genügen und sollten von solchen Leuten gegen entsprechend hochwertige Exemplare getauscht werden.

Konfigurationsmöglichkeiten

Der iPod nano ist fast in jeder Hinsicht ausreichend nach eigenem Gusto zu konfigurieren - von maximal möglicher Abspiellautstärke über im Hauptmenü angezeigte Schnellzugriffseinträge bis hin zu Betriebssystemsprache ist mit Ausnahme der Display-Helligkeitsstufen alles einstellbar.

Zusatzfeatures

Neben Musik bietet sich die Möglichkeit über iTunes auch Fotos auf den iPod zu übertragen und sich diese direkt auf dem Gerät anzuschauen. Ob man dieses Feature wirklich braucht ist äußerst fraglich, auf dem gerade mal Briefmarken-großen Display Fotos zu betrachten ist weder sinnvoll, noch kann man außerordentlich viel erkennen.

Die Synchronisation mit Outlook und die Spiele sind ebenfalls nette Dreingaben, doch ebenso überflüssig - diese Funktionen sind in der heutigen Zeit in einem Handy, welches man sowieso ebenfalls immer dabei hat, besser aufgehoben. Nicht zuletzt sind Spiele wie Solitär auf einem Mobiltelefon auch weitaus besser zu bedienen, hier erachte ich das Click-Wheel als schlichtweg ungeeignet.

Der iPod nano kann an Computern quasi als USB-Stick benutzt werden und identifiziert sich auf dem Windows-Arbeitsplatz wie gewohnt als zusätzliches Laufwerk mit Namen “IPOD”. Hierüber kann man bequem mit dem Windows Explorer Dateien kopieren. Einen USB-Stick kann das Gerät trotzdem nicht ersetzen, denn wer hat schon Lust, das (als Originalzubehör mit 20 Euro sau-teure) Verbindungskabel ständig mit sich herumzuschleppen?

Das Firmware-Update bietet die Möglichkeit, das Apple-eigene iPod Betriebssystem durch eine Open Source Variante zu ersetzen, welche zwar nicht so hübsch ist, jedoch um einiges mehr an Formaten abspielen kann. Dies dürfte jedoch eher für den Bastler als für den Otto-Normal-User interessant sein.

Pro

+ geringe Größe
+ (relativ) unempfindlich gegen Kratzer
+ lange Akku-Laufzeit
+ schnelle Zugriffszeiten
+ tolle Menüführung
+ helles Display
+ Synchronisation mit Outlook (Kalender und Kontake)
+ Firmware-Updates möglich
+ riesiges Zubehör-Sortiment
+ Apple-Style-Faktor ;-)

Contra

- hoher Preis
- keine mitgelieferte Software
- Original-Software iTunes frisst Systemressourcen und ist langsam
- Klangqualität im Vergleich zu anderen Playern nicht die allerbeste
- neigt zu Systemabstürzen
- keine Abspielmöglichkeit für WMA
- keine Abspielmöglichkeit für OGG
- Rücktransfer von Musik vom iPod auf den PC nur über Umwege
- Display-Helligkeit nicht einstellbar
- geringer Lieferumfang
- teures Zubehör

Fazit

Der iPod nano ist die Eier-legende Wollmilchsau unter den MP3-Playern. Neben Musik abspielen kann man seine Kontaktdaten aus Outlook mit sich herumtragen, Freunden und Bekannten Fotos zeigen oder, wenn einem langweilig ist, ein kleines Spiel für zwischendurch spielen. Die Benutzeroberfläche wirkt dabei jedoch niemals überladen und bleibt zu jedem Zeitpunkt übersichtlich. Auch bei der Bedienung hinsichtlich Musikwiedergabe punktet der Player gegenüber den herkömmlichen USB-Stick-Playern, die jedoch den Vorteil haben, dass man sie an fast jeden Rechner jederzeit anschließen kann. Ob man diese Features jedoch alle braucht und nicht stattdessen lieber auf ein stabileres da weniger überzüchtetes Modell setzt, muss jedem selbst überlassen bleiben.

Im Laufe der Testzeit ist mir der iPod nano einmal abgestürzt und war nur durch gleichzeitiges Gedrückthalten von Menu und OK wiederzubeleben. Das mag, verglichen mit so manchen Microsoft-Produkten, wenig erscheinen, jedoch ist mir bisher noch nie einer meiner MP3-Player überhaupt jemals abgestürzt, weswegen dies eindeutig negativ auffällt. Manch anderen scheint dieses Problem viel massiver zu betreffen, im Internet finden sich haufenweise Forenthreads zu abstürzenden iPods. Dies ist also der Preis, den man für das feature-lastige Betriebssystem des iPod zu bezahlen hat.

Gerne als Video gezeigt hätte ich Euch noch die Menüstruktur des iPod nano in Verbindung mit den Einstellungsmöglichkeiten, leider scheiterte es jedoch am überaus hellen Display des MP3-Players, welches sich bedauerlicherweise nicht in der Helligkeit verstellen lässt - die Kryptonit-Beleuchtung hat sowohl meine Webcam als auch meine Handycam derart geblendet, dass nichts mehr zu sehen war.

Trotz der aufgeführten Negativpunkte möchte ich den nano als ständigen Begleiter nicht mehr missen - mein alter MP3-Player ist durch ihn ausrangiert worden. Alles in allem ist es ein empfehlenswertes Produkt, welches seinen Kult- und Hype-Status zu recht genießt, wenn auch die Anschaffungskosten mit gegenwärtig 150 Euro für die 2 GB-Version sehr hoch angelegt sind. Für diesen Preis erhält man beispielsweise einen Nintendo DS lite inkl. MP3-Player-Modul und hat dann eine vollwertige Spielkonsole mit mindestens gleichwertiger Akkulaufzeit und größerem Bildschirm. Natürlich ist der DS dafür auch größer und schwerer, doch das bringt die vielfältigere Einsatzmöglichkeit gezwungenermaßen mit sich - abgesehen davon, dass die Bedienung des DS dann natürlich nicht so komfortabel wie die des iPod ist. Die größeren iPod nano Versionen wiederum müssen sich dann bereits mit dem Multimedia-Allround-Talent Playstation Portable messen, mit der man unter anderem auch noch Videos anschauen kann, aber ich hole zu weit aus ;-)

Ich bewerte das Produkt insgesamt mit einer guten 2 - kein Kaufbefehl, aber ein Gerät welches man, nicht zuletzt wegen des hohen Women Acceptance Factors, beim Kauf seines nächsten Players in die engere Auswahl ziehen sollte. Natürlich nur, sofern man gerade das nötige Kleingeld übrig hat und es einen nicht stört, dass heutzutage jeder Zweite mit so einem Teil durch die Gegend läuft.

Ich hoffe, ich konnte Euch wenigstens einen kleinen Einblick in die Welt des iPod nano bieten und vielleicht dem ein oder anderen bei einer Kaufentscheidung helfen. Abschließend möchte ich noch ein Lob an trnd und ElectronicScout24 für diese tolle Aktion loswerden, danke und weiter so!

In diesem Sinne - danke auch an Euch für Euer Interesse, man sieht sich bei trnd!
Sarky

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